
Einkaufsmarkt

Neuer Treffpunkt im Ahorntal
Gemeinde Ahorntal
Sicherung der Nahversorgung im ländlichen Raum
Kommune
95491 Gemeinde Ahorntal - Landkreis Bayreuth, Bayern
Kategorien
Lebensmittel und Tierfutter, Blumen und Zierpflanzen, Nahversorgung im ländlichen Raum, Handwerk und Dienstleistungen, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit, Regionale Identität und Willkommenskultur, Mobilität und Infrastruktur
Ansprechpartner
Gemeinde Ahorntal, Geschäftsleitung
Kirchahorn 11, 95491 Ahorntal
Christian Arneth, Geschäftsleiter
Kommune
Gemeinde Ahorntal,
Kirchahorn 11, 95491 Ahorntal
Gerd Hofmann, Bürgermeister
Weitere Akteure
Kurzbeschreibung
Es soll eine generelle Nahversorgung für die Gemeinde Ahorntal geschaffen werden. Hierbei handelt es sich um eine komplette Renovierung des ehemaligen Edeka-Marktes im Gemeindeteil Kirchahorn. Ortsansässige Vereine haben sich bereit erklärt, eine Unternehmensgesellschaft zur Marktleitung zu gründen. Viele Bürgerinnen und Bürger, aber auch ortsansässige Firmen und Betriebe, sowie Vereine sind bereit sich freiwillig und unentgeltlich an der Sanierung der Räumlichkeiten zu beteiligen.
Langbeschreibung
Es handelt sich bei diesem Projekt um ein im Landkreis Bayreuth richtungsweisendes und neue Wege beschreitendes Konzept mit enorm hohen Leuchtturmcharakter für die gesamte Region. Die generelle Nahversorgungssituation im Ahorntal ist seit Jahren nicht mehr vorhanden: Die Bürgerinnen und Bürger von 27 Gemeindeteilen und -orten auf einer Gesamtfläche von 41,7 m² haben keine fußläufg erreichbare Einkaufsmöglichkeit. Der Einkauf von Waren des täglichen Bedarfs muss mühsam in den weit entfernten Oberzentren getätigt werden. Damit ist aber auch die Kommunikation innerhalb der Bevölkerung am Ort fast komplett zu Erliegen gekommen. Denn in diesem Fall ist unter Nahversorgung nicht nur die fußläufige Versorgung mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs am Standort Kirchahorn zu sehen. Treffen und Tratschen, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Austausch von Neuigkeiten, das Teilen von Freud und Leid findet nicht mehr statt, weil es zumindest tagsüber keinen entsprechenden Treffpunkt mehr gibt.
Dem allen wird das Projekt mit seinen Ideen und Umsetzungen Paroli bieten.
Durch die Herangehensweise, eine Unternehmergesellschaft zu gründen und die Bürgerinnen und Bürger aus allen Ahorntaler Gemeindeteilen und der Umgebung als sog. „stille Gesellschafter“ mit einer Einlage ab 200,-- Euro an diesem Projekt zu beteiligen, ist von vorn herein gewährleistet, dass die Akzeptanz auf breiten Schultern getragen wird. Diese neuartige Form der „sozialen Unternehmensgründung“ und der damit verbundenen Kapitalbeschaffung gewährleistet eine breit akzeptierte Bereitstellung des notwendigen Kapitals zur Absicherung der Eigenanteile der förderfähigen Kosten sowie der nichtförderfähigen Kosten, hier v.a. der Warenerstbestand.
Wesentlicher Bestandteil ist die innovative Beteiligung der Ahorntaler Vereine an diesem Projekt: als sogenannte Gründungsgesellschafter der „Unternehmergesellschaft UG (haftungsbeschränkt)“ stellen sie nicht nur benötigtes Eigenkapital zur Verfügung, sondern geben auch das klare positive Signal der solidarischen Beteiligung an solch einem Projekt.
In einem wichtigen Schritt wurde nach einer sehr gut besuchten Bürgerversammlung und nach zahlreichen Arbeitskreissitzungen eine intensive und professionelle Marktanalyse zur Berechnung des Bedarfs an Waren und Dienstleistungen in einem zukünftigen Dorfladen durchgeführt. In einem mehrseitigen Fragebogen, der an alle Haushalte in Ahorntal und der näheren Umgebung verteilt wurde, konnten alle Bürgerinnen und Bürger Ihre Bedürfnisse und Ansprüche an einen Dorfladen anmelden und ebenso Ihre Bereitschaft signalisieren, sich an diesem Laden zu beteiligen bzw. dort einzukaufen. Ebenso wurde der Wunsch nach weiteren Dienstleistungen und Angeboten abgefragt: Öffnungszeiten, Hol- und Bringedienst, Kommunikation und Treffpunkt, Café, Poststelle etc. etc.
Aus den Antworten (immerhin war eine Rücklaufquote von mehr als 45% zu verzeichnen!) konnte ein Profil des zukünftigen Ladens mit seinen zusätzlichen Angeboten ermittelt werden.
Die wesentlichen Ergebnisse dieser Umfrage und der Marktstudie liegen dem Antrag bei.
Erstmalig und bisher einzigartig in der Region Nordbayern ist die Konstellation der beteiligten Partner dieses innovativen Projektes: Aus allen Gruppierungen sowohl des öffentlichen wie auch des privatwirtschaftlichen Bereiches beteiligen sich Personen und Vereine, Ämter und Behörden, Firmen und Unternehmer, Handwerker und Rentner, Experten aus vielen Bereichen und vor allem die Bürgerinnen und Bürger an diesem Projekt. Interdisziplinäre Zusammenarbeit wird hier großgeschrieben und alle Beteiligten ziehen an einem Strang, um dieses wichtige Projekt zu bewältigen. Diese übergreifende und unkomplizierte Zusammenarbeit hat es in dieser Art noch nicht gegeben.
Ziele
• Angebot einer qualitativ hochwertigen und kostengünstigen Nahversorgung mit Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs in einer ländlichen Region und mit regionalen Produkten
• Schaffung von Arbeitsplätzen
• Abdeckung des Kapitalbedarfs bei der Eröffnung eines Einzelhandelsgeschäftes
• Förderung der Dorfgemeinschaft
• Steigerung der Attraktivität eines Dorfes als Lebensmittelpunkt, nicht nur als Schlafstätte
• Positive Außendarstellung der Kommune
• Insgesamt deutliche Steigerung der Lebensqualität
• Stabilisierung der Immobilienpreise
• Ökologische Belastung durch weite Einkaufswege wird drastisch reduziert (ca. 350 Personen kaufen pro Tag ein – diese Personen hatten bisher ca. mindestens 20 Kilometer für einen einzigen Einkauf zu fahren, da auch der öffentliche Nahverkehr nur minimal angeboten wird
• Schaffung neuer Arbeitsplätze, speziell für die Generation 50+ und Jugendliche, die auf dem ersten Arbeitsmarkt schwer unterkommen
• Sozialkommunikativer Treffpunkt
Aktivitäten
-2012 Schließung der letzten Einkaufsmöglichkeit im Ahorntal
-2014 hat die Gemeinde den Laden erworben
-im Anschluss wurde ein Unternehmensberater engagiert um wieder eine Einkaufsmöglichkeit zu schaffen
-Bürgerbeteiligung durch Fragebögen und Bürgerversammlungen
-Unternehmensgründung und Beteiligung von stillen Teilhabern (Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Institutionen, Firmen der Gemeinde Ahorntal) 2015
Aktuell:
-Umbau und Sanierungsmaßnahmen
-Eröffnung Sommer 2016
Erfolge
Bei diesem Projekt handelt es sich um mehr als nur die Schaffung eines Ladens. Man kann hier also durchaus von einem Mehrfunktionshaus bzw. -markt reden. Ein Projekt dieser Art wurde in der Region in dieser Konstellation bisher noch nicht umgesetzt. Dies dient ganz eindeutig der Begegnung und dem erforderlichen Umgang mit der eingesetzten sozio-demografischen Veränderung und einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität im gesamten Ahorntal und Umgebung
Finanzierung
• Die Gemeinde Ahorntal mit Bürgermeister, Gemeinderat und Unterstützung der Verwaltung
• Ein engagierter Arbeitskreis aus Bürgerinnen und Bürgern aller Ahorntaler Ortsteile (Adlitz, Brünnberg, Christanz, Dentlein, Eichig, Freiahorn, Hintergereuth, Hundshof, Kirchahron, Klausstein, Neumühle, Oberailsfeld, Pfaffenberg, Poppendorf, Rabenstein, Reizendorf, Schweinsmühle, Volsbach, Vordergereuth, Weiher, Windmühle, Wünschendorf, Zauppenberg, sowie die umliegenden Ortsteile (Bayreuth, Eichenbirkig, Gesees, Hannberg, Hohenmirsberg, Hollfeld, Kasendorf, Mistelgau, Pegnitz, Waischenfeld)
• Alle großen Ahorntaler Vereine (Fränkischer Schweiz Verein, Ahorntaler Blasmusik, Sportverein) und alle evangelischen und katholischen Kirchen als Gründungsgesellschafter. Weitere Vereine als Akteure im Arbeitskreis, bzw. als stille Teilhaber
• Regionale Handwerker und Dienstleister werden bei Neugestaltung, Umbau und Warenausstattung beteiligt
• Die Tourismusleistungsträger aus Ahorntal und Umgebung
• Das Amt für Ländliche Entwicklung, Bamberg
• Das Leader-Management, Bayreuth
• Das Institut für Nahversorgungsservices (IFNS) GmbH, Seßlach
• Die Nachbargemeinden von Ahorntal
• Das Landratsamt Bayreuth, Wohlfühlregion Fichtelgebirge e. V. - LAG- Geschäftsstelle im Landratsamt Bayreuth
