
Stadt Nürnberg
BioMetropole Nürnberg
Website
www.biometropole.de
Kommune
90403 Stadt Nürnberg - Metropolregion Nürnberg / Öko-Modelregion Nürnberg, Nürnberger Land, Roth
Kategorien
Lebensmittel und Tierfutter, Nahversorgung im ländlichen Raum, Handwerk und Dienstleistungen, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit
Ansprechpartner
Stadt Nürnberg, Referat für Umwelt und Gesundheit, BioMetropole Nürnberg
Hauptmarkt 18, 90403 Nürnberg
Dr. Werner Ebert, Leiter BioMetropole Nürnberg
Kommune
Stadt Nürnberg, Referat für Umwelt und Gesundheit
Hauptmarkt 18, 90403 Nürnberg
Dr. Peter Pluschke, Referent für Umwelt und Gesuindheit
Weitere Akteure
Kurzbeschreibung
Die Stadt Nürnberg fördert als BioMetropole seit 2003 den Ökolandbau und die Bio-Branche in Nürnberg und der Metropolregion Nürnberg. Dabei werden städtische Dienststellen motiviert, mehr regionale Bio-Lebensmittel nachzufragen. Über vielfältige Aktivitäten wird die Bevölkerung über regionale Bio-Lebensmittel informiert und zum Einkauf motiviert . Über Projekte und Vernetzung von bzw. mit Unternehmen und Organisationen wird daran gearbeitet, die regionale Wertschöpfung zu steigern
Langbeschreibung
1. Nachfrage steigern, 2. informieren und motivieren, 3. koordinieren und vernetzen, ist der strategische "Dreiklang", mit dem die Stadt Nürnberg Bio in Nürnberg voranbringt. Die BioMetropole Nürnberg fördert den Kauf von regionalen Bio-Lebensmitteln innerhalb der Verwaltung, bei Großküchen und Catering- Unternehmen. Auf den Nürnberger Wochenmärkten und auf dem Christkindlesmarkt gibt es viele Bio-Lebensmittel aus der Region. Nürnberg hat zudem eine beachtliche Dichte im Bio-Fachhandel. Veranstaltungen wie "Bio erleben", "Bio-auf-Tour" oder "Bio in der Stadt" bringen Verbraucher und Unternehmen zusammen und machen deutlich, dass sich Verbraucher für regionale Bio-Lebensmittel interessieren. Jährlich verwandelt sich der Nürnberger Hauptmarkt in eine "Bio-Hochburg", die ca. 100 Ausstellern (davon 2/3 aus der Region) eine Verkaufs- und Informationsplattform bietet und bis zu 40.000 Besuchern lockt und Lust auf Bioprodukte weckt.
Die BioMetropole vernetzt regionale Unternehmen und führt gemeinsame Projekte durch, um regionale Vermarktung und Wertschöpfung zu stärken. Das sogenannte Emmer-Projekt oder die Initiative zur Solidarischen Landwirtschaft (SOLAWI) sind zwei Beispiele dafür.
Die Landwirtschaft ist im Stadtgebiet Nürnberg in den letzten Jahren ökologischer geworden. Gemessen an der Zahl der Betriebe liegt der Bio-Anteil bei 12%, bezogen auf die Fläche bei 7%. Im Rahmen einer agrarstrukturellen Entwicklung arbeiten Stadt und Landwirte zusammen dran, das Knoblauchsland als Anbaugebiet zu erhalten und voran zu bringen. Der Nürnberger Tiergarten betreibt ebenso Bio-Landbau. Die gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen liegt der Stadt Nürnberg besonders am Herzen. Viele Nürnberger Schulen und Kitas bieten Bio-Lebensmittel an. Der Bio-Anteil lag 2014 in den Kitas bei 41%, in den Schulen bei 18%. Seit 2005 bekommen Erstklässler kostenlos eine Bio-Brotbox mit gesunden Bio-Lebensmitteln. In 10 Jahren wurden über 100.000 Boxen verteilt.
Ziele
Am 23.07.2003 beschloss der Stadtrat einstimmig, den Einsatz von Bio-Produkten und Regionalprodukten in der Stadtverwaltung bis 2008 auf mindestens 10 % auszuweiten. In den Jahren 2008 und 2012 wurde die Zielsetzung angepasst. Die aktuell gültigen Ziele bis 2020 sind sehr ambitioniert und wurden im Dezember 2014 einstimmig vom Stadtrat beschlossen:
- 75 % Anteil von Bio-Lebensmitteln in Kitas
- 50% Anteil von Bio-Lebensmitteln in Schulen, bei Empfängen der Stadt und bei Wochen-Märkten
- 25% Bio-Anteil bei allen städtischen Einrichtungen, Veranstaltungen, Spezial-Märkten und Beteiligungen
- 20% Anteil ökologischer Landwirtschaft in Nürnberg
- die Wertschöpfung der Bio-Branche in der Metropolregion Nürnberg steigern
Aktivitäten
Auf Basis des "strategischen Dreiklangs" wendet die Stadt Nürnberg eine breite Palette von Maßnahmen an. Wichtig sind Projektarbeit, Förderanträge, Beratung von Unternehmen und Organisationen, Workshops, Veranstaltungen, Kongresse, Öffentlichkeitsarbeit, wie Broschüren, Internetpräsenz, Filmbeiträge, Pressearbeit u.a..
Übersicht der Aktivitäten in Stichpunkten:
1. Nachfrage nach regionalem Bio steigern in Kindergärten, Schulen, Großküchen, Rathauskantine, Klinikum, Christkindlesmarkt, Wochenmärkte
2. Informieren und motivieren: Bio erleben, Bio-Brotboxaktion, Bio auf Tour
3. Koordinieren und Vernetzen / Projektarbeit: Wertschöpfungspartnerschaften / Emmer-Projekt, Öko-Modellregion (mit Streuobstprojekt, Vertragsanbau Dinkel, Aufbau regionaler Geflügelschlachthof), Solidarische Landwirtschaft, Stadtgärten, Selbsternteprojekte, Bio im Knoblauchsland, Studiengang „Management in der Bio-Branche" an TH Nürnberg
Erfolge
Wie oben beschrieben haben Angebot und Nachfrage sowie Interesse für regionale Bio-Lebensmittel
und nachhaltige Landwirtschaft zugenommen. Nürnberg wird als BioMetropole wahrgenommen. Dies liegt auch an der BioFach-Messe, der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, an der Vielzahl und Qualität der zertifizierten Unternehmen bzw. Verbänden und Vereinen sowie an den Aktivitäten der Stadt Nürnberg. Die BioMetropole Nürnberg wird zunehmend auf nationaler und internationaler Ebene als „Partner“ nachgefragt und ist im Rahmen von Projekten und Kooperationen aktiv. Auch das vom Bund geförderte, erfolgreiche „Emmer-Projekt“ zur Entwicklung der gesamten Wertschöpfungskette um die alte Getreidesorte „Emmer“, das auch als Projekt der UN Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurde, hat dazu beigetragen. Im Jahr 2014 erfolgte Auszeichnung als staatlich anerkannte Öko-Modellregion in Bayern, zusammen mit Landkreisen Nürnberger Land und Roth
Finanzierung
Die aufgeführten Maßnahmen konnten umgesetzt werden, da es gelang, in hohem Umfang Sponsoren- und Fördermittel zu akquirieren. Mittel aus dem städtischen Haushalt stehen seit 2007 zur Verfügung. Der Betrag ist von anfänglich 5.000 €/Jahr auf aktuell 45.000 Euro/Jahr gestiegen. Seit Beginn des Projektes BioMetropole Nürnberg im Jahr 2003 bis einschließlich 2013 flossen insgesamt 100.000 Euro städtische Mittel und ca. 1,5 Mio. Euro Sponsoring- und Fördergelder in das Projekt. Die Arbeit wurde über die Jahre mit zwei Mitarbeitern und insgesamt ca. 1,15 Stellen erledigt. Für die Öko-Modellregion wird für zwei Jahre eine 30,5 Stunden-Stelle zu 75% über das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten finanziert.
