
Der letzte Laden schließt

ein Jahr Dorfladen Unterleinleiter

Bletschn Bühna Theatergruppe Jugend spielt "Der Dorfladen"bei der Eröffnung

Eintrag LW Minister Brunner ins goldene Buch der Gemeinde

Der Eintrag von LWMin Brunner

Gründungsversammlung eG im Sportlerheim ULL

Segnung des Laderers Dorfladen

Probelauf Dorfladen vor Eröffnung
Unterleinleiter
Laaderer Dorfladen e.G.
Website
www.dorfladen-unterleinleiter. de
Kommune
91364 Unterleinleiter - Landkreis Forchheim
Kategorien
Nahversorgung im ländlichen Raum, Regionale Identität und Willkommenskultur
Ansprechpartner
Laderer Dorfladen e.G. ,
KIrchenstrasse 1, 91364 Unterleinleiter
Gerhard Riediger, Aufsichtratsvorsitzender
Kommune
Gemeinde Unterleinleiter, Bürgermeister
Bahnhofstrasse 8, 91364 Unterleinleiter
1. Bürgermeister Riediger,
Weitere Akteure
Kurzbeschreibung
Sicherung der Nahversorgung in Unterleinleiter unter Einbindung regionaler Potenziale durch Betrieb eines Dorfladens. Viele Bürgerinnen und Bürger wurden Genossenschaftsmitglieder und identifizieren sich mit der regionalen und umweltfördernden Ausrichtung. Der Laden belebt die Ortschaft und macht Unterleinleiter ein ganzes Stück lebens- und liebenswerter.
Langbeschreibung
Bürgermeister und Gemeinderat riefen Anfang 2014 im Mitteilungsblatt der Gemeinde zu einer Bürgerinitiative für einen Dorfladen auf. Ca. 60 Bürger und Bürgerinnen trafen sich im Sportlerheim. Unter Moderation des Bürgermeisters stellte sich schnell heraus, dass eine Nahversorgung für die 1.250 Gemeindebürger gewünscht wird und seitens der Bürger die Bereitschaft besteht, sich für das Projekt Dorfladen zu engagieren. Bei einem weiteren öffentlichen Termin wurden fünf Arbeitsgruppen gebildet, um die Umsetzung gezielt vorzubereiten. 19 Bürgerinnen und Bürger engagierten sich in den einzelnen Arbeitsgruppen. Gruppe 1 (Rechtsform, Finanzen, Geld und Förderung), Gruppe 2 (Öffnungszeiten, Arbeit, Angestellte und ehrenamtliche Mitarbeiter), Gruppe 3 (Produktpalette, Beschaffung, Warenbezug und laufender Betrieb), Gruppe 4 (Planung, Gebäude und Ausstattung) und Gruppe 5 (Marketing) bereiteten die Gruppenthemen auf und in weiteren Gruppentreffen wurden die Ergebnisse präsentiert und diskutiert. Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass das Projekt Dorfladen erfolgreich umgesetzt werden kann. Als Rechtsform erschien die Genossenschaft als zweckdienlich, der Laden soll in der ehemaligen Sparkasse mitten im Ortskern seinen Standort haben und sich insbesondere durch regionale Produktangebote hervorheben. Am 5. Juli 2014 wurde in und um das künftige Areal des Dorfladens eine Regionalmesse für die Bevölkerung veranstaltet, bei der Direkterzeuger aus der Region ihre Produkte vorstellten und diese auch verköstigt werden konnten. Bei diesem „Dorffest“ wurde auch der direkte Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern gesucht. Diese konnten mittels Umfrage ihre Wünsche bzgl. Serviceangebote, Sortiment und Ladenöffnungszeiten mitteilen. Am 8.Juli 2014 erfolgte die Gründungsversammlung, zu der mit Zeitung, Mitteilungsblatt und Plakaten eingeladen wurde. 143 Gründungsmitglieder traten der Ladarer Dorfladen eG bei. Im Vorfeld zur Gründung wurde der Genossenschaftsverband Bayern e.V. für die Gründungsumsetzung und Gründungsprüfung mit eingebunden. Der Laden wurde am 15.11.2014 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, geladenen kommunalen Gästen aus Kirche, Politik und Wirtschaft sowie Staatsminister Helmut Brunner eröffnet.
Ziele
Durch die Ladarer Dorfladen eG soll die Nahversorgung im Gemeindebereich Unterleinleiter mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs gewährleistet sein. Der Trend zu regionalen Produkten wegen Gesundheit und kurzer Transportwege kann gerade mit dem Dorfladen sehr gut umgesetzt werden. Besonders ältere und hilfsbedürftige Menschen werden durch die Einrichtung vor Ort für ihren Einkauf unterstützt. Durch die Standortwahl mitten im Ortszentrum von Unterleinleiter sind die Wege zum Laden kurz und es entwickelt sich neben der Einkaufsmöglichkeit eine Begegnungsstätte zur Kommunikation und zum Verweilen im Cafebereich. Sitzmöglichkeiten vor dem Laden werden auch von Wanderern gerne angenommen und beleben den Dorfplatz. Die Genossenschaftsform transformiert das Gefühl „unser Laden“ und fördert das Gemeinschaftsgefühl und die Bindung der Mitglieder und Kunden nicht nur zum Laden, sondern auch zur Gemeinde. Durch den Dorfladen können ca. 6 Personen vor Ort beschäftigt werden und Ehrenamt fördert das Gemeinwohl
Aktivitäten
Bürgerversammlung mit dem Schwerpunkt Umsetzung Nahversorgung
Umsetzung in Form der Genossenschaft und somit Schaffung des Gefühls „unser Laden“
Regionalmesse zur Bewusstseinsverstärkung für regionale Produkte
Transparenz und Werbung der Aktivitäten und des Ladenleitbildes von Anfang an; dies kommt durch mittlerweile 180 Genossenschaftsmitglieder zum Ausdruck
Ladeneröffnung unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und Würdigung durch Kirche, Kommunalpolitiker und Staatsminister Helmut Brunner
Stetige Ermittlung und Befragung der Kundenwünsche zur Sortimentsgestaltung und somit Kundenbindung, Kundenzufriedenheit und Umsatzsteigerung
Sonderverkaufsaktionen wie z.B. Blumen-/Pflanzenverkauf, Christbaumverkauf
Belebung des Dorfplatzes mit Feierlichkeiten, wie z.B. Weinfest, Silvesterfeier
Feier zum einjährigen Bestehen unter Einbindung regionaler Erzeuger
Generalversammlung mit Transparenz der Wirtschaftlichkeit und der Tätigkeit der Gremien
Erfolge
Die Nahversorgung in Unterleinleiter wurde gesichert. Insbesondere für ältere, behinderte und nicht mobile Mitbewohner stellt der Laden eine zentrale Anlaufstelle für die Deckung mit Gütern des täglichen Bedarfs dar. Es ist in der Gemeinde wieder mehr Kommunikation untereinander zu spüren, das Areal des Ladens ist Treffpunkt für Jung und Alt, der Dorfplatz wird wiederbelebt. Fremde und Durchreisende können in unserem fränkischen Dorf verweilen und sich stärken. Unterleinleiter ist durch diese gemeinschaftliche Einrichtung positiv in vielen Munden. Der Laden selbst zeigt wirtschaftliche Erfolge durch stetige Umsatzsteigerungen und bietet, gerade für die gern genutzte Teilzeitarbeit, Beschäftigung vor Ort. Regionale Angebote konnten gut im Laden integriert werden und haben somit auch für die regionalen Anbieter deren Absatzchancen erweitert.
Finanzierung
Der Dorfladen wird in gemieteten Räumen unterhalten, somit beschränkt sich das Anlagevermögen auf die Ladeneinrichtung sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Investitionen in das Anlagevermögen beliefen sich im Gründungsjahr 2014 auf ca. 55 TEUR. Im Umlaufvermögen beläuft sich das Vorratsvermögen zur Inventur im Gründungsjahr auf 13 TEUR und zum Bilanzstichtag 2015 auf 21 TEUR. Die Finanzierung erfolgt durch Eigenkapital in Form von Geschäftsguthaben von Genossenschaftsmitgliedern in Höhe von ca. 35 TEUR. Des Weiteren steht entsprechend der Nutzungsdauer des Anlagevermögens ein langfristiges Bankdarlehen über ursprünglich 50 TEUR zur Verfügung. Der Warenbestand wird zusätzlich durch Lieferantenvaluten finanziert. Bei einem Jahresumsatz von 400 TEUR im ersten vollen Geschäftsjahr 2015 ist die Liquidität gegeben.
